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Kurzbeschreibung:
“Sie tun Dienst, damit wir es nicht tun müssen. Sie sind bereit, ihr Leben für unsere Freiheit einzusetzen. Das ist ihr ganz persönliches Geschenk an uns. Und im Gegenzug bitten sie uns nur darum, sie niemals ins Feld zu schicken, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Werden sie uns je wieder vertrauen können?“
Diese und eine Reihe weiterer offener Fragen, aufgegriffen in Michael Moores politisch – kritischen Büchern und seinem Erfolgsfilm Fahrenheit 9/11 über die amerikanische Invasion im Irak, veranlassten Tausende von US-Soldaten (Aktive, Reservisten, wie Veteranen) und deren Familien dem erklärten Bush- Gegner per Email ihre Gedanken und Ängste anzuvertrauen – ihre Wut über die Regierung, ihre Lügen und die Sinnlosigkeit eines Krieges, die nagende Ungewissheit über die Rückkehr in die geliebte Heimat, sowie die grausame Realität eines (politischen? wirtschaftlichen?, jedenfalls militärischen) Schachzugs, dessen Spielfiguren sie sind. |
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Rezension und Literaturkritik:
Über ein Jahr, seit Beginn des Irak- Krieges im März 2003, hat Michael Moore - Schriftsteller, Dokumentarfilmer, Oscar- Preisträger, Kultfigur und überzeugter Demokrat - Briefe von Soldaten und deren Angehörigen gesammelt und eine Auswahl davon mit Verraten und Verkauft - Briefe von der Front auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Sein primäres Ziel, Präsident George W. Bush mit seinem Buch einen weiteren Stolperstein in den Weg zu einer zweiten Amtszeit im Weißen Haus zu legen, hat er verfehlt. Ungeachtet des Ausgangs der US- Präsidentschaftswahlen 2004 ist dieses Buch jedoch unverkennbar ein klares, vernichtendes Statement zur "Operation Iraqi Freedom“ - abgegeben von den Zeugen und Hauptdarstellern des Krieges: Jungen GIs, die desillusioniert feststellen, dass sie nicht mehr wissen, für was sie kämpfen, und enttäuscht erkennen, dass ihre eigene Regierung sie benutzt und betrogen hat.
Wie der Leser auch zum Autor und der Bush- Administration stehen mag, es sind speziell zwei Erkenntnisse, die er aus diesen bewegenden Dokumenten zieht:
Regierung und Streitkräfte führen einen Krieg oft aus unterschiedlichen Motiven und - Patriotismus ist keine Frage der Einstellung zum Krieg, sondern eine Frage von Werten: Freiheit und Gerechtigkeit. Missbraucht eine politische Führung diese Ideale, verliert sie nicht nur die Basis ihrer Herrschaft, sondern gewinnt vor allem eines: Den Ruf als eigentlicher Vaterlandsverräter.
Verraten und Verkauft ist eine bewegende Briefsammlung, die sicherlich nicht den Maßstäben objektiver Betrachtung gerecht wird, dies aber auch zu keinem Zeitpunkt für sich beansprucht. Entstanden ist in erster Linie ein einzigartiges Zeugnis, der den Kollateralschaden des Irak- Krieges dokumentiert: Das (Seelen-)Leben der Soldaten. |
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