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Rezension Rezension - Roman: "Das Haus der Schatten"
Rainer Kischnereit, Cornelia Goethe Literatur-Verlag

Kurzbeschreibung:

Auf dem Weg zu seiner Tante Sally geraten Mark und sein Vater Henry eines Nachts in einen Verkehrsunfall mit einem Linienbus. Unglückliche Umstände zwingen die beiden, die sich seit dem plötzlichen Tod von Marks Mutter einige Wochen zuvor aus dem Weg gehen, mit den anderen Insassen Unterschlupf in einem nahegelegenen alten Herrenhaus zu suchen. Dort erlebt Mark seltsame Dinge: Er – und nur er – sieht menschliche „Schatten“. Schon bald bemerkt der Junge, dass sie ihm offensichtlich etwas mitteilen wollen. Von Neugier getrieben macht er sich auf die Suche nach dem Geheimnis dieser mysteriösen Geister, die nach Marks Vermutung etwas mit dem Schicksal der ehemaligen Hausbesitzer zu tun haben. Als er endlich davor steht, die Zusammenhänge zu begreifen, gerät er in große Gefahr...

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Rezension und Literaturkritik:

Zu kurz ist diese Novelle von Rainer Kischnereit: Kaum hat man sich eingelesen, ist man fast schon wieder am Ende. Und dennoch macht jede Seite Spaß. Erfrischend leicht erzählt, erscheint diese Geschichte in mehrerer Hinsicht als ideale Lektüre, wenn es draußen mal wieder ungemütlich ist.

Wohl überlegt klingen die Dialoge zwischen Mark und seinem Vater, dem der 12jährige die Schuld am Tod seiner Mutter gibt, weil er im entscheidenden Augenblick nicht da ist. Mit viel Einfühlungsvermögen übernimmt der Autor die Denkweise des Sohnes und versteht, wie Kinder die Welt betrachten und handeln: Wissbegierig, impulsiv, arglos. Dass dabei die Handlung an einigen Stellen nicht sonderlich in die Tiefe geht und so manches Detail vernachlässigt, fällt nicht groß ins Gewicht. Im Gegenteil – man schmunzelt als Leser vielmehr und widmet sich, wie der Protagonist selbst, schnell wieder dem Wesentlichen: Dem Rätsel um die geheimnisvollen Schattenbilder, das nicht nur jede Menge Unruhe in die ungleiche Gruppe bringt, sondern dessen Lösung sogar mit einigen Mitgliedern verbunden zu sein scheint.

Auch wenn diese kleine Geistergeschichte, entgegen dem Verlauf, eher schlicht endet – anspruchslos ist sie keinesfalls. Ernstere Themen, wie der Verlust eines geliebten Menschen oder der Umgang mit Trauer und Schuld werden ebenso behandelt, wie die Erwartung und Vorfreude auf ein spannendes Erlebnis – geeignet für die ganze Familie.

( Redaktion: Iris Spiegelberger / Coverbild: © 1998-2001 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften )

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