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Rezension und Literaturkritik:
Die erste Geschichte erzählt von einem kunstverliebten Pärchen, das bei einer Ausstellung ganz unverhofft ein, für sie neues, sexuelles Erlebnis hat. Mit sehr geschmackvollen Worten beschreibt der Autor das erotische Treiben und durch die Stimme einer angenehmen Sprecherin kann man sich sehr gut in die Geschichte reinfallen lassen.
In der zweiten Geschichte wird von einem Pärchen erzählt, das sich in ihrer Stammdiskothek auf ein kleines Abenteuer mit einer Unbekannten einlässt. Die Erzählerstimme wirkt zwar nicht direkt unangenehm, aber sie erzählt abgehakt und somit fällt es schwer, dem Fluss der Geschichte zu folgen. Auch die Erzählung selbst ist flach und wartet mit keinerlei Überraschungen auf.
Die wohl schlechteste und enttäuschendste Geschichte des ganzen Hörbuches "Susanne und der Kandidat" erzählt von den Erinnerungen einer Frau an ihr erstes Mal. Nicht nur, dass die Erzählung uninteressant und fade ist, auch die, sich durch die ganzen Geschichte ziehende, Bezeichnung des männlichen Charakters als "Kandidat" nervt sehr schnell und macht alles, was sich eventuell noch an Erotik aufgebaut haben könnte, sofort zunichte. Wer Wahlkämpfe erotisch findet, wird hierbei wohl seine helle Freude haben.
Die vierte Geschichte handelt von einem Mann, der durch seinen Job beim Kundendienst die Chance auf ein Abenteuer mit zwei jungen, willigen Frauen, nicht an sich vorbeiziehen lässt. Auch hier steigert sich das Hörbuch nicht, es bleibt eher auf dem Niveau von "Susanne und der Kandidat". Ein unsympathischer Erzähler leiert gelangweilt seinen Text herunter und die sehr derbe, aber dabei gekünstelt wirkende Sprache tut ihr Übriges.
In der fünften Geschichte erleben zwei Freundinnen mit ihrem Snowboard- Lehrer ein erotisches Abenteuer. Auch hier plätschert die Story wieder vor sich hin und ist dabei so vorhersehbar, dass man relativ schnell das Interesse verliert. Zwar wurde hierbei wieder eine bessere Erzählerin gewählt, aber auch das rettet die flache Geschichte nicht mehr. Abgeschmackte Sprüche der Protagonisten reihen sich aneinander und der Genuß der Charaktere überträgt sich nicht auf den Hörer.
Erhofft man sich ein fulminantes Ende, so wird man wieder enttäuscht, denn "Das Vorstellungsgespräch" liegt zwar über dem Niveau der Geschichten Zwei bis Fünf, erreicht aber nicht die erotische Spannung oder den Anspruch der ersten Geschichte. Wiederum eine recht uninteressante Story, in der eine Frau nach einem Vorstellungsgespräch ein sexuelles Abenteuer mit der Chefin und später auch mit deren Freund erlebt.
Zusammengefasst kann man sagen, dass jeder, der sich den Kauf dieses Hörbuches spart, nichts verpasst. Schlecht ausgewählte Erzähler schaffen es, jede Geschichte zu einem akustischen Desaster zu machen. Wenn man seine eigenen Gedanken schweifen lässt, hat man sicherlich mehr davon. Als einziger Lichtblick gilt "Ein inspirierendes Kunstwerk", das sowohl sprachlich als auch erzählerisch hervorsticht und betört.
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